Hirschlausfliege

Infopost

 

Quelle: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=265872247481493&id=253600728708645

 

Aus gegebenem Anlass heute mal ein Info-Text meinerseits:

Vor ein paar Tagen war ich im Wald unterwegs und fand danach zahlreiche komische kleine Tiere auf einem meiner Hunde. Es waren diese fiesen Hirschlausfliegen... kennt ihr die? Sie ist bei uns im Pfälzer Wald und in angrenzenden Gebieten schon weit verbreitet und deshalb sollten alle Hunde- und Pferdebesitzer sie zumindest kennen und Folgendes wissen:

Die Hirschlausfliege sucht seit einigen Jahren, hauptsächlich in der Zeit von Juli bis Oktober, nicht nur Wildtiere auf, sondern befällt auch Menschen, Pferde, Katzen und Hunde. Sie ist etwa 5 bis 7 Millimeter groß und verliert nach der Landung auf dem Wirt ihre Flügel. Sie kann dann unglaublich schnell laufen und sucht sich rasch eine geeignete behaarte Bissstelle (bei Hunden hauptsächlich am Hinterteil und an der Rute, bei Menschen auf dem Kopf) und saugt dort Blut.

Für Hunde ist der Biss recht schmerzhaft und sie verhalten sich dementsprechend hektisch und teilweise panisch nach einem Biss, weshalb einer meiner Gassi-Hunde schon aus Prinzip nicht auf Wegen laufen möchte, wo er schonmal Bekanntschaft mit den fiesen Tierchen gemacht hatte.

Nach einem Biss kann es durch ein spezielles Gift zu Blutergüssen, Schwellungen und schmerzenden, eitrigen Entzündungen kommen. Da diese Gift nur langsam über die Lymphe ausgeschieden werden kann, dauert es mehrere Tage bis die Symptome abheilen.

In einigen Fällen kann ein Biss sogar Fieber zur Folge haben. Verursacht wird dies wiederum durch das Bakterium Bartonella schoenbuschensis, welches die Fliegen als Wirt in sich tragen kann, ähnlich wie Zecken Borrelien tragen können. Das Bakterium steht weiterhin in Verdacht auch bei immunstarken Menschen neben Fieber Herzentzündungen, Infektiöse Lymphknotenschwellungen („Katzenkratzkrankheit“) und Neuroetinitis zu verursachen, wie es schon bei nah verwandten Bartonella Arten nachgewiesen wurde. Ebenso wird vermutet, dass die Hirschlausfliege auch als Überträger von Borrelien fungieren kann. Wenn es nach einem Biss zu Fieber, starken Hautausschläge oder Eiterungen kommt, sollte man daher zur Sicherheit zum Haus- oder Tierarzt gehen und antibiotisch oder evtl. mit Antihistaminen behandelt werden.

Die Hirschlausfliegen sollte man am Besten entfernen, solange sie sich noch nicht festgesaugt haben und noch ihre Flügel haben. Einfach heraus kämmen oder mit den Händen absammeln. Am besten zerquetscht oder verbrennt man die Tiere dann oder gibt sie in alkoholische Lösung. Sobald sie die Flügel abgeworfen haben, bewegen sie sich nämlich unglaublich schnell, huschen durch das Fell, beißen und saugen und das oft mehrmals an verschiedenen Stellen. Es ist dann unglaublich schwer die schnellen Tiere dabei zu packen.. Gerade wenn sich dann viele davon auf unserem Tier niedergelassen haben, wird es sehr mühsam sie alle zu fangen. Dann hilft oft nur baden in Kombination mit Anti-Läuse Mittel. Nach einem Biss sollte man aber nicht sofort in Panik verfallen, sondern die Stelle einfach ein paar Tage beobachten und auf Veränderungen achten.

Also, nicht verrückt machen aber seid trotzdem einfach achtsam!

Und da so viele danach gefragt haben, habe ich einige meiner Quellen nochmal heraus gesucht:

http://www.vetmed.uni-leipzig.de/…/LBH_Parasitologie_gesamt…

https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/22/3/15-0269_article

https://academic.oup.com/femsre/article/36/3/563/634924

Dehio C, Sauder U, Hiestand, R. (2004): Isolation of Bartonella schoenbuchensis from Lipoptena cervi, a blood-sucking arthropod causing deer ked dermatitits. J Clin Microbiol. 42: 5320-5323.

D. Hassler et al.: Bartonella schoenbuchensis und die Hirschlausfliege Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (1/2): 13

https://wissen-hund.de/die-hirschlausfliege/?cn-reloaded=1

Hirschlausfliege nachdem sie die Flügel abgeworfen hat.

Quelle: https://www.looduskalender.ee/de/node/11114

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03.02.2013